Übergang von der Grundschule

Die ersten beiden Jahre auf unserer Schule sind die prägenden für die Schülerinnen und ein besonderer pädagogischer Schwerpunkt für unsere Arbeit als Lehrer. Wir bemühen uns den Übergang von der Grundschule auf unser Gymnasium zu erleichtern und die ersten beiden Jahre, also die ERPROBUNGSSTUFE, altersgerecht zu gestalten. Unsere Arbeit für die Schülerinnen der Klassen 5 und 6 beinhaltet neue Ideen ebenso wie Bewährtes:

A DIE NEUE SCHULE
Die Mädchen der neuen „Fünfer“ lernen ihre neue Klasse und die Klassenlehrerin bzw. den Klassenlehrer bereits an einem der beiden Spielenachmittage kennen, die wir am Ende eines jeden Schuljahres durchführen. Gemeinsam mit den Eltern haben die Kinder Gelegenheit, die neue Schule zu besuchen und in spielerischer Form zu erkunden. Überdies erhält jede Schülerin die Mappe “St. Angela – Meine neue Schule“, in der sie Wissenswertes erfährt. Die Unterrichtsverteilung erfolgt nach pädagogischen Gesichtspunkten, so dass etwa der Klassenlehrer möglichst viele Stunden in seiner 5.Klasse hat; so unterrichtet er in der Regel dort das Fach Politik. Schülerinnen aus den höheren Klassen, die sich für diese Tätigkeit bewerben, begleiten als Paten die „Neuen“ und helfen ihnen beim Kennenlernen der St. Angela Schule. An die vertrauten Gepflogenheiten und Methoden der Grundschule soll dort, wo es sinnvoll ist, angeknüpft werden, um den Mädchen den Übergang zu erleichtern. Unsere Schule ist seit vielen Jahren Mitglied des Arbeitskreises „Grundschule – Weiterführende Schule“, in dem Schulen aus dem Dürener Raum an den Schnittpunkten, die uns mit der Grundschule verbinden, arbeiten. Im September 2017 veranstalten wir zum ersten Mal einen ENTDECKERTAG an unserer Schule. Alle Kinder der vierten Klassen sind herzlich eingeladen, an einem Samstagmorgen in interessanten Projekten, die über die alten Römer bis hin zu den Bienen und den Geheimnissen der Chemie reichen, die weiterführende Schule kennen zu lernen. Aber auch das leibliche Wohl, Spiele und die Gelegenheit, das DFB- Fußballabzeichen zu erlangen, kommen an diesem Tag nicht zu kurz. Wir bemühen uns auf dem Weg in die „neue Schule“ um eine intensive und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern: Im November und Januar veranstalten wir zusammen mit unserer Realschule für die Mädchen der vierten Klassen und ihre Eltern Info-Tage. In kleinen Gruppen werden die Eltern von je zwei Lehrern und einer Schülerin durch die Schule geführt und haben so Gelegenheit, sich mit unserem pädagogischen Konzept auseinander zu setzen und das Gespräch zu suchen. Parallel dazu lernen die Kinder in Kinderprojekten unsere Schule kennen. Jeder Familie steht eine umfangreiche Info-Mappe zur Verfügung. Kurz nach den Zwischenzeugnissen, also im Februar, führen wir die Anmeldungen durch. Nicht zuletzt weil wir zwei Schulformen unter einem Dach anbieten, verknüpfen wir die Anmeldung der neuen Schülerinnen mit einer persönlichen Beratung für die Eltern, falls der Wunsch danach besteht.
B. DIE KLASSENGEMEINSCHAFT
In den ersten Wochen stehen für die Kinder das Lernen in den neuen Schulfächern und das Knüpfen erster Freundschaften im Mittelpunkt. Daneben ist es unser Anliegen, von Anfang an eine intakte und für alle Schülerinnen schöne Klassengemeinschaft aufzubauen: Gemeinsam werden Regeln des fairen Miteinanders erarbeitet. Viele Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule sind fortgebildet nach dem Konzept „Lions Quest“ , das der Lions Club Deutschland seit vielen Jahren erfolgreich zum Thema „Erwachsen werden“ anbietet. Spielerische Übungen und Gespräche, etwa zum fairen Umgang miteinander oder der Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls, sind Bestandteile dieses Konzepts. Der Klassenraum wird kindgerecht und freundlich gestaltet und die Mädchen lernen, dass seine Sauberkeit und Ordnung die Aufgabe aller ist. Ausflüge sollen nicht nur an die Unterrichtsthemen angebunden werden sondern auch durch Spiele und gemeinsames Picknick das Miteinander fördern. In der 6.Klasse steht dann eine Klassenfahrt mit zwei Übernachtungen auf dem Programm. Der inhaltliche Schwerpunkt dieser Orientierungstage ist die Klassengemeinschaft.
C. DER KLASSENLEHRER
Die Klassenlehrer(innen) und ihre Stellvertreter sind jederzeit für die Kinder wichtigster Ansprechpartner und können, wie dies an der St. Angela Schule seit eh und je Tradition ist, auch in der zweiten großen Pause am Lehrerzimmer aufgesucht werden, wenn „der Schuh drückt“. In einem Gesprächskreis stimmen die Klassenlehrer der Erprobungsstufe am Schuljahresbeginn ihre Arbeit aufeinander ab. Ein ausführlicher „Reader“, den unser Arbeitskreis „Erprobungsstufe“ erstellt hat, hilft ihnen dabei, den vielen Aufgaben gerecht zu werden. Vor allem junge Lehrer sind so in der Lage, das neue Amt gehaltvoll und im Sinne unseres pädagogischen Ansatzes wahrzunehmen.
D. DAS LERNEN LERNEN
Auch das Lernen will gelernt sein. Dies findet in der Hauptsache in den einzelnen Fächern statt, aber viele Aspekte sind übergeordneter Natur und nicht fachgebunden. Deshalb haben wir vor einigen Jahren für die Unterstufe ein Methodenkonzept entwickelt: Im ersten Halbjahr der Klasse 5 werden dazu die Grundlagen gelegt: Ziel ist zunächst, dass den Kindern die Wichtigkeit einer guten Lernorganisation bewusst gemacht wird. Hier werden Themen wie „Der richtige Arbeitsplatz“ , „Schultasche packen“, „Vor der Klassenarbeit“, „Hausaufgaben“ und vieles mehr an- und durchgesprochen. Aber auch das Erlernen des selbständigen Arbeitens im Rahmen der SELF – Stunden, die etwa nach den Herbstferien einsetzen, ist Bestandteil des Methodenkonzepts. Im Laufe des 5. Schuljahres haben alle Kinder das Fach ITG: Informationstechnische Grundlagen, sprich die Arbeit am Computer. Im zweiten Halbjahr der Klasse 5 führen wir einen Methodentag durch, an dem die Kinder durch die Arbeit mit motivierenden Materialien das Methodenlernen vertiefen. Seit einigen Jahren wird dieses bewährte Konzept um eine ganz neue Variante erweitert: Die Pädagogiklehrerinnen haben eine Unterrichtsreihe erarbeitet, in deren Verlauf sie mit den Pädagogikkursen der Einführungsphase altersgerechte Materialien und Vermittlungsmethoden erarbeitet haben. Die einzelnen Gruppen legten dabei den Schwerpunkt auf spielerisches und selbsterklärendes Lernmaterial zu unterschiedlichen Themenbereichen. Am Methodentag arbeitet jeweils ein Pädagogikkurs mit seiner 5 einen ganzen Schultag lang zusammen. Es werden Stationen zu den Bereichen Textverständnis, Mathematische Textaufgaben, Mind-Mapping, Lesekompetenz und Vokabellernen aufgebaut und mit motivierenden Materialien bestückt. Für die Mädchen der Klassen 5 ist es eine ungewohnte, aber durchaus komfortable Situation, einen ganzen Schultag über eine junge Lehrerin für sich allein zu haben. In Klasse 6 stehen die Formen des selbständigen Arbeitens im Mittelpunkt : Nach einer Vorbereitungsphase in den entsprechenden Fächern planen die Schülerinnen selbst, in welchem Fach sie im Laufe des Schuljahres eine besondere Leistung wie z.B. ein Referat erbringen. Neben dem selbständigen Arbeiten wollen wir damit die Fähigkeit der Schülerinnen zu eigenständiger Arbeitsplanung fördern. Testiert wird die Leistung auf einer entsprechenden Urkunde für das Schulzeitbuch.